Aufstellen der Schotten

Der Kielkasten muß exakt senkrecht stehen, da von ihm aus der ganze Verband ausgerichtet wird. Schott um Schott wird nach vorn und hinten aufgestellt. Die Positionen ergeben sich durch die Bodenwrangen, welche die BB- mit der StB-Seite verbinden. Die obere Verbindung der Schottseiten erfolgt durch einen Teilkreisbogen, dessen Herstellung in einer der Zeichnungen beschrieben ist. Er wird durch ein Bogenteil mit gerader Unterkante verstärkt. Bei der Kreuzung mit dem "Fisch" wird dieser auf der Oberseite 1 cm tief ausgeschnitten. Die Kajütdachbalken dagegen auf der Unterseite. Die Abstände der Schotten sind bereits auf der Helling markiert.

 

kajütdach

Zeichnung Nr. 9

Wenn sie im Lot stehen, werden sie durch Latten, welche waagerecht über die Decksunterzüge genagelt werden, behelfsmäßig fixiert. Als letztes wird der Spiegelrahmen aufgesetzt. In der Querrichtung werden diese Bauteile durch einen "Esel", wie er bereits beschrieben wurde, fest verbunden. Der Steven wird mit dem Kiel verzapft und wie der Spiegelrahmen durch ein Knie mit dem Innenkiel verbunden.

Dann werden die Balkweger eingezogen und mit den Schotten behelfsmäßig verschraubt. Hierbei sollte man zu zweit arbeiten, und zwar gleichzeitig auf beiden Seiten, damit sich das Gestell durch ungleichmäßige Spannung nicht verzieht. Jetzt zeichnet sich deutlich die Schmiege an den Schotten ab. Mit der Feinsäge wird parallel zum Balkweger ausgesägt, so daß die Schottverstärkungen am Balkweger flächig anliegen. Wenn dies nicht der Fall ist, "sägt man ein", d. h. man macht einen Schnitt mit der Feinsäge oder dem Fuchsschwanz in den Spalt.

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Zeichnung Nr. 10

Die Balkweger müssen nun sowohl nach der Höhe als auch in der Breite sauber straken. Danach werden sie am Steven eingepaßt. Damit dieser nicht zu stark geschwächt wird, verjüngt sich der Balkweger nach vorn.

Verleimen der Schotten und Anpassen der Stringer

Wenn alles stimmt, werden die Schotten sowie Spiegelrahmen und Steven mit dem Kiel und den Balkwegern verleimt. Dazu wird ein Schott nach dem anderen ausgebaut, Epoxyd angegeben und endgültig verleimt.

Jetzt bekommt der Verband schon einige Festigkeit. Anschließend werden alle 10 Stringer eingepaßt. Die Schmiege wird mit der Feinsäge und dem Stemmeisen ausgearbeitet. Dabei soll man darauf achten, daß immer vom Körper und der Hand weggearbeitet wird, nie zum Körper hin, da sonst Verletzungsgefahr besteht!

Anschließend werden alle Stringer und Balkweger mit den Schotten verleimt, mit Ausnahme von Stringer 4 und 5, die man auf einer Seite fortläßt, damit man leichter in den Rumpf einsteigen kann und nicht den umständlichen Weg über das Kockpit nehmen muß. Das leichte Erreichen aller Arbeitsstellen ist ein wesentlicher Vorzug der Lisoletta-Bauweise.

Kajütaufbau

Die Decksschiingen verbinden die Aufbauseiten mit dem Rumpf und bestehen aus zwei Leisten 20 x 20 mm, welche auf dem Verband lamelliert werden. Sie können nicht aus einem Stück 20 x 40 mm eingesetzt werden, da die Spannung der Biegung zu stark wäre.

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Zeichnung Nr. 11

In die Aussparung der Schotten werden die beiden Leisten gelegt. Zuvor wird eine kurze Hilfsleiste mit einer Zwinge am Schott befestigt, gegen welche die beiden Leisten beim Verleimen durch eine zweite Zwinge gespannt werden.

Parallel zur Aufbauseitenwand wird die innere Leiste mit einer Feinsäge eingesägt als Markierung für die Schmiege. Nach dem Aushärten wird die Schlinge herausgenommen und die markierte Schräge angehobelt. Sie wird dann wieder eingelegt und es wird mit einer langen schmalen Sperrholzleiste von der gleichen Stärke wie die Seitenwand, welche in den Spalt gelegt wurde, geprüft, ob diese flächig anliegt. Falls nicht, muß nachgearbeitet werden.

Kajütabschluß mit Niedergang

Man beginnt mit den oberen Schrägteilen von Schott III. Zwischen diesen liegt der Einstieg in die Kajüte. Zwei Massivholzschenkel, die entsprechend der Schottneigung angeschrägt sind, werden innen an die obere senkrechte Kante von Schott III geleimt, und an diese wiederum die beiden schrägen Sperrholzabschnitte. Bei den kleineren Booten mit 6 mm, bei den mittleren mit 8 mm und den größeren mit 10 mm Stärke. An der Seite und der oberen Rundung werden 20 x 20 bzw. 30 x 20 mm Massivholzverstärkungen angeleimt und auf Schmiege gehobelt.

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Zeichnung Nr. 12

Man muß beachten, daß die oberen Sperrholzteile bei den Zeichnungen in der Projektion zu sehen sind. Ihre wirkliche Höhe ergibt sich aus dem Längsschnitt der Konstruktionszeichnung im Maßstab 1:10. In die obere Außenecke wird noch eine dreieckige Verstärkung eingeleimt und die Aussparung für die Kajütdachschlinge ausgeschnitten. Sie muß wegen der Schräge angepaßt werden. Behelfsmäßig werden die Sperrholzteile durch eine Latte miteinander verbunden.

Kajütabschluß vorn

Wenn man die schräg nach vorn auslaufende Kajüte nicht wünscht, muß eine Platte als Vorderfront des Kajütaufbaues angepaßt werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

Bei der einen reicht das letzte Kajütschott bis zum Kajütdach und wird durch eine aufgeleimte Sperrholzplatte von 4 mm Dicke verstärkt. Zum Beispiel bei der L 760 bei Schott VII, bei der L 910 bei Schott IX. Bei dieser Ausführung werden die Seitenteile des Aufbaues als Dreieck nach vorn aus optischen Gründen weitergeführt. Bei den kleineren Jachten ist diese Ausführung einfach und nicht schlecht.

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Zeichnung Nr. 13

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Bei der anderen wird an der Vorderseite des Schotts am oberen Bogen eine Verstärkung angeleimt, welche sich der Form des Kajütdaches anpaß;t. Sie wird am Schott selbst lamelliert, indem zuerst eine Latte angeleimt wird und dann eine zweite, dritte und vierte. Am nächsten Schott wird ebenfalls an der Oberkante, jedoch an der Rückseite, umgekehrt verfahren.

Zeichnung Nr. 18

Die obere Schlinge wird danach eingepaßt und verleimt. Da die Decksbalken, welche mit den Schotten verbunden sind, für die Festigkeit des Kajütdaches nicht ausreichen, werden weitere Kajütdachbalken eingesetzt, und zwar in den gleichen Abständen wie die Decksbalken auf der Zeichnung.

Die Kajütseitenwände werden bei der L 910 aus 8 mm Marinesperrholz in der Qualität I/I gefertigt. Wegen der Kajütlänge müssen zwei Platten geschäftet werden. Man kann diese zum Schäften gerichtet beziehen, d. h. es sind die schrägen Leimflächen schon vorhanden. Wenn man selbst Schäfte, ist es einfacher, die Platten behelfsmäßig miteinander zu verbinden und die zuvor gefertigten Schablonen auf die Platten zu übertragen. Nach dem Aussägen werden sie miteinander verleimt und nach dem Aushärten eingepaßt (s. Zeichnung Nr. 16). Dabei wird an der Unterkante die Deckshöhe und die obere Schlinge markiert.

Fensteröffnungen werden folgendermaßen aufgerissen: Von der Deckshöhe bis zur Oberkante werden die Höhen bei allen Schotten gemessen. Je ein Viertel wird dann von der oberen Kante nach unten und von der unteren nach oben markiert.

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Zeichnung Nr. 19

Die oberen und unteren Punkte werden mit einer Straklatte verbunden. Diese Linien sind die Konturen für die Acrylglasfenster. Dieses Material hat andere Dehnungskoeffizienten bei Erwärmung als Holz. Es darf daher kein durchgehendes Fensterband verlegt werden, sondern kürzere Abschnitte, die bei Schott V und VII gestoßen werden.

Die Ausschnitte sind oben und unten je 1,5 cm schmaler als die Acrylglasscheibe. Bei der Montage werden durch das Acrylglas und das Sperrholz Löcher für die Hülsenflachkopfmuttern aus Messing gebohrt — am besten verchromt, sonst muß man bei Salzwasser zu viel putzen. Mit einigen Schrauben werden die Scheiben befestigt und dann wird die Holzinnenkante angerissen und die Fenster wieder abgenommen.

Die Innenflächen der Fenster werden abgeklebt und der freibleibende, 1,5 cm breite Außenrand wird mit einem Spezial-Primer vorbehandelt, damit die Klebemasse dauerhaft anliegt. Mit einem elastischen Klebeband, das es im Kfz Zubehörhandel gibt, bleiben die Fenster lange Zeit dicht.

Beim Einpassen ist darauf zu achten, daß die Aufbauseite gut an der Schräge der Schlinge anliegt, sonst muß man mit dem Hobel nacharbeiten. Wenn die Leimfuge nicht flächig paßt, kommt es zu Undichtigkeiten!

Epoxyd muß auch hier beim Verleimen reichlich an beiden Seiten angegeben werden. Es ist schwierig wegen der Schräge, einen genügenden Anpreßdruck herzustellen. Am besten geht es mit Leimklammern und einer Sperrholzbeilage. Man braucht aber etwa 50 Klammern, denn ihr Abstand sollte nicht mehr als 10 cm betragen.

Man kann aber auch auf die alte Methode der Nagelleisten zurückgreifen und die Drahtstifte durch Beilagen und Sperrholz von der Innenseite in die Schlinge einschlagen. Am besten mit dem Tacker durch Beilage schießen.