Die Elektroanlage

Auf kleineren Jachten genügt eine Batterie als Stromquelle für die Beleuchtung. Für diesen Zweck gibt es Spezialbatterien, die für eine langsame, geringe Stromentnahme konstruiert sind. Angeboten werden Modelle, die bis zu einem Kippwinkel von 55° auslaufsicher sind und andere bis 180°. Diese brauchen nicht in einem speziell geschützten Batteriekasten untergebracht werden. Sie werden in einem einfachen Sperrholzkasten gestaut. Im Handel sind spezielle Energy-Boxen erhältlich, die mit einer automatischen Ladeelektronik zum Anschluß an das Netz gekoppelt sind. Mit den Abmessungen von 47 cm Länge, 22,7 cm Breite und 25,3 cm Höhe passen sie in den Kasten unter der Koje zwischen Schott IV und V.

Für die modernen, sparsamen Neonlampen reicht eine Batterie von 50 Ah mit den Abmessungen 24,5 x 17,5 x 21,5 cm. Gefüllt wiegt sie 14,2 kg. Da im Sommer selten Licht brennt, hält sie eine längere Zeit vor.

Anders ist es, wenn man eine Kühlbox installieren will. Dieser Komfort an Bord ist nicht teuer, und in den kleinen Geräten mit 8 oder 10 1 Inhalt kann man schon einiges unterbringen. Diese transportablen Geräte mitsamt dem Inhalt werden daheim vorgekühlt. Dann kommt man ein Wochenende damit aus. Nur in besonderen Fällen oder bei längeren Fahrten muß man mit Zusatzstrom kühlen.

Die in den kleinen elektrischen Kühlaggregaten arbeitenden Peltier-Elemente brauchen zwar relativ wenig Strom, doch 2 A bei 12 V = 24 W sind es meistens doch. Da man eine Batterie aus Gründen der Lebensdauer nur zu 80% entladen sollte, reicht die 50 Ah-Einheit nur 20 Stunden. Dann muß sie wieder aufgeladen werden. Ratsam ist eine zweite Batterie bei Langfahrten mit eingeschalteter Navigationsbeleuchtung.

In vielen Marinas findet man heute Stromanschluß und kann während der Liegezeit im Hafen mit einem Adapter (Bordladegerät) aufladen. Wenn kein Anschluß erreichbar ist, muß mit dem Generator des Motors aufgeladen werden. Bei den meisten Außenbordmotoren ist die Leistung mit 60 W leider gering. Es gibt z.Z. nur einen Außenborder mit einer besseren Leistung der Lichtmaschine von 10 A = 120 W bei 12 V.

Die Einbau-Dieselmotore sind mit einem stärkeren Generator ausgerüstet. Sie leisten etwa 400 W = 33 A bei 12V, und damit kann man im Urlaub die Batterie selbst laden, wenn man bei Flaute einige Stunden unter Maschine fährt.

Für den Motor braucht man aber eine zweite Batterie zum Starten, die anders konstruiert ist wie die für die Beleuchtung. Die Maße: 26,9 x 17,5 x 20,5 cm; Gewicht 14,8 kg, Leistung 55 Ah.

Die Batterie oder Batterien werden unter der Hunde- oder der StB — Koje zwischen Schott IV und V eingebaut. Von dort geht ein starkes Kupferkabel zum Stromverteiler mit Sicherungskasten über der Hundekoje, der im Schwalbennest mit einer klappbaren Frontplatte eingesetzt wird. Dazwischengesetzt wird ein Hauptschalter.

Vom Stromkreisverteiler werden die Leitungen der einzelnen Stromkreise verlegt. Zu einem Stromkreis werden die Lampen über der Pantry und dem Raum unter dem Kockpit zusammengefaßt. Ein weiterer Stromkreis bedient die Lampe über dem Spiegel in der Naßzelle und die Beleuchtung der Vorderkajüte. Diese Lampe wie auch die über der Pantry werden am besten von unten an die Kajütschlinge geschraubt. Beim Wechsel der Leitungen von StB nach BB werden sie an der Rückseite der Bodenwrange von Schott II verlegt. Sie werden dort durch ein flach gebogenes Plastikrohr geschoben und dadurch geschützt.

Schwieriger ist die Kabelzuführung zur Deckenbeleuchtung in der Kajüte. Damit man die Leitungen nicht sieht, wird sie hinter der Decksschlinge hinter der StB-Seite bis zum Schott V versteckt. In der oberen Schrägstütze des Rahmenspantes wird an der Seite, auf die später die Aufbauseite aus Sperrholz geleimt wird, eine Nut gefräst oder mit der Feinsäge und dem Stemmeisen ausgearbeitet. In diese wird das Kabel verlegt. Gleichermaßen wird mit dem gekrümmten oberen Teil verfahren bis zum Fisch, unter dem die Lampe installiert ist. Zu diesem Stromkreis gehört auch die Lampe über dem Navigationstisch.

Ein vierter Stromkreis versorgt die Navigationslampen und die Decksbeleuchtung, die unter der Saling befestigt wird. Das Kabel führt vom Verteiler nach BB zur Naßzelle und von dort senkrecht zum Kajütdach mit einer wasserdichten Steckdose. Der passende Stecker wird an das Kabel angeschlossen, das im Mast verlegt zu den Lampen führt.

Segelboote unter 7 m Länge benötigen nur ein weißes Rundumlicht. Von 7-12 m Länge ist unter Segel eine Dreifarbenleuchte im Masttop notwendig. Unter Maschine ist bei allen Jachten die doppelfarbige Seitenlaterne am Bug, ein weißes Mastlicht und eine weiße Hecklateme mit einem Abstrahlwinkel von 135° erforderlich.