Beschreibung der Bauteile (Lisoletta 910)

Schott I die hinteren Backskisten und die darunter liegenden Sicherheitsräume nach vorn ab. Zwei verschließbare Kontrollöffnungen befinden sich seitlich vom Motorschacht.

Schott II auf der BB-Seite eine Wand zwischen den Backskisten und den drei unteren Sicherheitsräumen. Auf StB erhält das Schott einen Ausschnitt für die Hundekoje, und einen zweiten darüber für die Seekarten. Für einen eventuellen Einbaumotor unter dem Kockpitboden muß eine Öffnung ausgesägt werden.

Schott III ßt die Kajüte nach hinten ab. Es besteht aus drei Teilen: der senkrechte untere Teil reicht vom Innenkiel bis zur Oberkante der Sitzbänke. Dort verbindet ein Massivholz-Zwischenstück den senkrechten Unterteil mit den beiden schrägen Oberteilen. Sie bilden einen harmonischen Ausgleich zu dem nach vorn geneigten Kajütdach. Ein Schiebeluk ist für den Einstieg nicht nötig. Der Niedergang wird durch eine Spritzkappe, welche über die Schräge nach hinten reicht, besser geschützt. Auf dem Kajütdach bleibt dann Platz für die nach achtem geführten Fallen mit Stoppern und Winschen.

Das zwischen Schott I III liegende Kockpit wird gesondert beschrieben.

Zwischen Schott III IV sich auf StB das Kopfteil der Hundekoje, darüber der faltbare Kartentisch.

An BB befindet sich die L-förmige Pantry, für die eine Spezialzeichnung 1 : 3 vorliegt. Die Spüle ist zur Bootsmitte gerückt, damit bei Krängung kein Wasser durch die Abflußleitung ins Boot gelangen kann. Der halbkardanisch aufgehängte Kocher kann bei Nichtgebrauch ausgehängt und in einer Halterung verstaut werden.

Schott IV aus zwei Teilen. Die BB ― Seite reicht 3 cm über die Senkrechte Mittellinie hinaus. Oberhalb der Waagerechten 60 cm über CWL wird eine Öffnung ausgeschnitten. In der Bootsmitte bleibt ein 6 cm breiter Steg stehen, der vorn und hinten von je einer Leiste 2 x 6 cm verstärkt und zu einer Stütze ausgebildet wird, welche im Seegang willkommenen Halt bietet. Die Form des Ausschnittes ist aus dem Plan ersichtlich. BB reicht es 60 cm über CWL nach oben bis Höhe der Rückenlehnen, im unteren Teil über die Mittellinie hinaus 3 cm nach StB. Der Ausschnitt geht bis zur 55er Linie (Senkrechte über Stringer 1) und gewährt Durchblick vom Niedergang zur Messe, und Durchreiche zur Pantry.

Schott V: ist ein Rahmenspant, der wegen der Sitzbänke weit ausgeschnitten ist und deshalb verstärkt wird. Die Sperrholzflächen über Stringer 3 werden gedoppelt mit einer 2 cm breiten Massivholzzwischenlage.

Schott VI auf BB ein Vollschott, welches bis an den Kielkasten reicht. Es wird mit dem Kielkasten verbunden, indem an dessen Außenseite eine U-förmig ausgefräste Leiste geleimt wird. Den Anpreßdruck erreicht man mit Schrauben, welche durch die Nut gedreht und nach dem Aushärten entfernt werden. Das Sperrholzschott wird in die Nut geschoben und verleimt.

Auf der StB-Seite wird eine große Öffnung für den Durchgang ausgesägt. Sie kann durch eine Türe geschlossen werden. Auf der Seite zur Mitte bleibt ein schmaler Steg stehen, der wie auf der Gegenseite in eine ausgefräste Leiste eingeschoben und verleimt wird. Dadurch wird gleichzeitig der Kielkasten nach beiden Seiten versteift und ein Ausbeulen verhindert.

Zwischen Schott VI VII sich auf BB die Naßzelle mit einem Waschbecken und einem Chemie- oder Pump-WC. Auf StB sind zwei Schränke eingebaut, der eine für das Ölzeug, der andere für die Garderobe.

Die beiden Stützen des Durchgangs (Ende des Kielkastens und Maststütze) werden im oberen Teil durch einen mehrlagigen verleimten Bogen verbunden. Auf dem Kajütdach befindet sich der aus Edelstahl geschweißte Mastfuß, welcher in Verbindung mit dem Bogen den Druck des Mastes auf die beiden Stützen ablenkt. Es ist dadurch möglich, den Mast zum Trimmen zu verschieben.

Schott VII aus den beiden Seitenteilen, die in der Mitte gestoßen werden. Nach vom wird der Stoß durch 3 Mahagonileisten 10 x 2 cm abgedeckt, nach hinten mit einer Leiste 2 x 0,5 cm. Die Leisten sitzen auf dem Innenkiel auf und reichen bis zum Fisch. Auf StB hat das Schott einen Ausschnitt für den Durchgang.

Zwischen Schott VII X die Vorschiffkojen, BB endet die Koje 5 cm vor der Mittelllinie, die StB ― Koje ist im Schulterbereich 68 cm breit. Sie kragt über die Senkrechte von Stringer 1 hinaus. Beide Kojen können mit einem eingesetzten Keil zu einer Doppelkoje verbunden werden.

Die Oberfläche der Kojen Hegt 64 cm über der CWL. Darunter befinden sich Sicherheitsräume, welche durch Luken zugänglich sind.

Schott VIII ebenfalls in der Mitte gestoßen, der Stoß auf der Rückseite durch eine Leiste 2 x 5 cm abgedeckt. Die weite Öffnung im Oberteil wird durch ein Zugband abgefangen, das 64 cm über der Kojenfläche BB und StB miteinander verbindet. Darauf liegt ein Zwischenboden.

Schott IX ebenfalls in der Mitte gestoßen, der Stoß auf der Rückseite durch eine Leiste 2x5 cm abgedeckt. Auch bei diesem Schott verbindet ein Zugband BB und StB mit Stauraum darüber.

Schott X ßt die Vorderkajüte nach vom ab und hat keine Öffnungen.

Schott XI den Stauraum für die Segelsäcke vom Raum für die am Vorstag angeschlagenen Segel. Damit die Öffnung der Decksluke nach unten verbreitert wird, werden zwei schräggestellte Sperrholzkeile aufgeleimt und durch eine trapezförmige Sperrholzplatte gegen den hinteren Stauraum abgeteilt.

Es muß beachtet werden, daß wegen des spitz zulaufenden Stevens die Schmiegen bei den Randverstärkungen der Schotten immer stumpfer werden und die Aufleimer entsprechend breiter sein müssen. Dies ist auf der Folienzeichnung berücksichtigt.

Der Spiegel

Es gibt mehrere Formen des Spiegels:

  1. ein senkrechter Spiegel mit gerader Fläche
  2. ein senkrechter Spiegel mit gekrümmter Fläche
  3. ein geneigter Spiegel mit gerader Fläche
  4. ein geneigter Spiegel mit gekrümmter Fläche

Zu 1. Dieser Spiegel ist am einfachsten zu bauen. Man schneidet ihn in Originalgröße aus der Sperrholzplatte aus, unter Berücksichtigung der Schmiege, die man zugeben muß. Wenn er naturlackiert werden soll, wird gemessenes Mahagoni-Sperrholz von 8 mm Stärke genommen; bei farbigem Anstrich kann man geschältes Sperrholz in gleicher Stärke verwenden. Beim naturfarbenen Spiegel kommt das schöne Mahagoniholz zur Geltung, der Spiegel in der Rumpffarbe gestrichen ist unauffälliger und die Jacht wirkt schlanker.

Der ausgeschnittene Spiegel wird zunächst als Form für das Zuschneiden eines Rahmens verwendet. Dieser wird aus 4 Lagen Sperrholz von 6 mm, die bei den Schotten übrig bleiben, ausgeschnitten und verleimt. Es ist nicht notwendig, die einzelnen Lagen aus einem Stück zu schneiden, man kann die Teile stoßen. Dabei müssen die Schnittsteilen diagonal verlaufen und die Stöße in den einzelnen Lagen versetzt werden.

spantenaufstellung

Abbildung 3

Erst nach dem Zusammenbau der Schotten und Stringer und dem Zusammensetzen der Stringer mit dem Rahmen wird die Spiegelplatte aufgeleimt. Deshalb ist es gut, bei der Herstellung des Rahmens eine dünne Folie auf die Spiegelplatte zu legen, damit der Rahmen nicht ungewollt angeklebt wird.

An der Außenkante sollte jede Lage des Rahmens 1 mm über die darunterliegende überstehen, damit man den Spiegel später auf Schmiege hobeln kann. Der Rahmen besteht aus dem Außenrand, einer Mittelstütze und den Anschlägen für die Sitzflächen im Kockpit, für die Seitenteile und den Boden. Der Rahmen ist aus der Spiegelzeichnung 1 : 10 und der Folie ersichtlich.

Zu 3. Auch ein schräger Spiegel mit gerader Fläche wird in dieser Weise hergestellt. Infolge der Abwicklung müssen die Abmessungen in der Höhe etwas korrigiert werden.

Zu 2. und 4. Aus optischen Gründen wird manchmal dem gekrümmten Spiegel der Vorzug gegeben. Die Anfertigung ist aber schwieriger. Man braucht dazu eine Form, die man auch für die Verleimung der Frontseite des Kajütaufbaus verwenden kann. Sie wird aus einer Baudiele gefertigt. Hochkant werden drei Längen in der Breite des Spiegels in einem Bogen schnitt nach Zeichnung ausgesägt. Dann werden die Teile miteinander verbunden, indem man Dachlatten im Abstand von 12 cm aufschraubt. Darauf werden die zwei Sperrholzlagen des Spiegels miteinander verleimt.

spiegelform

spiegelverleimung

Konstruktion der Spiegelkrümmung und der Decksbucht Zeichnung Nr. 4/5

Die Höhe der Decksbucht oder Tiefe der Spiegelkrümmung wird in drei gleiche Strecken geteilt und die Länge der Waagerechten in sechs Strecken. Dann werden Linien von beiden Eckpunkten durch die Teilung der Mittellinie bis zum Schnittpunkt mit den Senkrechten über der Längsteilung gezogen. Die Verbindung dieser Schnittpunkte ergibt den gewünschten Kreisbogenschnitt.

Form für Spiegelverleimung und fertiger Spiegel Abbildung 7

Die waagerechte Linie wird wie zuvor in sechs gleiche Strecken geteilt. Bei einem Teilkreisbogen mit dem Radius der Kielkrümmung bzw. der Decksbucht wird der Viertelkreis in drei gleiche Bodensegmente und die Basis ebenfalls in drei gleiche Strecken geteilt. Die Verbindung dieser Punkte ergibt die Höhe der Senkrechten über den Teilungen der Waagerechten

Den Druck erreicht man am Rand mit Leimklammem und Zwingen, in der Mitte mit Gewichten oder Sandsäcken. An Stellen, die später von den Rüderbeschlägen verdeckt werden, kann man auch schrauben. Nach dem Ausspannen wird die Krümmung etwas zurückgehen. Infolge einer Vorgabe wird es aber in etwa stimmen. Kleine Korrekturen der Krümmung sind beim Zusammenbau möglich.

Auf der Innenseite des Spiegels wird die Mittellinie markiert und die Wasserlinien werden aufgerissen. Auf diesen werden die Strecken der Aufmaßtabelle nach beiden Seiten aufgetragen. Dabei ist die Krümmung des Spiegels zu berücksichtigen, indem eine Leiste so befestigt wird, daß sie in der Mitte am oberen Rand 10 cm hoch ist und nach unten auf Null ausläuft. Zur Kontrolle muß man die volle Breite des Spiegels bei den einzelnen Wasserlinien messen. Wenn alles stimmt, kann man den Spiegel genau zuschneiden, muß aber noch 1 cm für die Schmiege überstehen lassen.

Wenn man mit den Werten der Aufmaßtabelle arbeitet, muß die Stärke der Außenhaut berücksichtigt werden; bei der Folienzeichnung ist diese bereits abgezogen.

Zur Herstellung des Rahmens wird der Spiegel wieder auf die Form gelegt und mit Zwingen fixiert. Dann wird, wie bereits beschrieben, der Rahmen aus 4 Sperrholzlagen lamelliert. Er muß der Krümmung des Spiegels gut angepaßt werden, wird aber vorerst nicht mit diesem verleimt. Die 6 mm starken Lagen für den Rahmen sind biegsam und passen sich dem Radius der Spiegelplatte an. Es können auch die Abschnitte 4 mm Gabun-Sperrholz von Schott 1 + 11 verwendet werden, dann aber mit 5 Lagen. Beim Verleimen setzt man am Rand Leimklammem an, weiter nach innen Zwingen und in der Mitte Gewichte. An einzelnen Stellen kann man schrauben. Wenn das Epoxyd ausgehärtet ist, nimmt man den Rahmen ab. Die Innenkanten werden sauber verputzt und die Aussparungen ausgesägt. Es ist von Vorteil, daß man beim Rahmen, Kiel, Stringer, Balkweger und Kockpit die Teile nicht der Länge nach einpassen muß. Sie stehen über den Spiegel hinaus und werden abgesägt, wenn die Beplankung verleimt ist. Die Spiegelplatte wird nach dem Planken aufgeklebt.

Wenn man einen optimalen Wasserablauf erreichen will, kann man den Rumpf durch einen Spoiler verlängern. Zuerst wird, wie zuvor beschrieben, ein Spiegelrahmen gefertigt und dieser beim Zusammenbau mit dem Innenkiel und den Stringern und Balkwegern verleimt und außerdem mit dem Innenkiel mit einem Knie verbunden. Dieser gerade Rahmen wird senkrecht aufgesetzt. Den Innenkiel läßt man 20 cm überstehen, die Stringer ebenfalls, aber nach oben zu immer weniger. Stringer 5 und die Balkweger werden bündig abgesägt. Am Ende wird die Spiegelplatte mit dem Rahmen verleimt. Beim Planken wird dann in einer Schräge die Außenhaut über den Spiegel hinaus weitergeführt. Das Ruder wird wie üblich am Spiegel aufgehängt. Diese Konstruktion erleichtert es nicht nur, den Wasserablauf durch die Lenzöffnungen zu beobachten und die Jacht optimal zu trimmen, sondern auch den Einstieg an Bord über den Spiegel. Die Lenzöffnungen und zwei weitere Aussparungen geben den Händen Halt. Sportliche Segler brauchen keine Badeleiter, die ja keine Zierde einer eleganten Jacht ist. Zur Not kann man eine Strickleiter herablassen oder eine abnehmbare Leiter anhängen.